Schon während seiner Schulzeit an der Geschwister Scholl Gesamtschule in Springe hatte Oliver Knöbel alias Olivia Jones erste Travestie-Auftritte. Immer mit dem Ziel vor Augen im Showgeschäft zu arbeiten, bildete er sich weiter, unter anderem mit Sprachtraining, Schauspielunterricht und Maskenbildner-Kursen.

Olivia Jones Muddi

Umzug nach Hamburg

1989 folgte der Umzug nach Hamburg. Knöbel stellte sich bei dem Travestiekünstler und Leiter des Schmidt Theaters Ernie Reinhardt (Lilo Wanders) vor, der ihm zu ersten Auftritten im Pulverfass Cabaret und wenig später schon zur ersten eigenen Show im Schmidt Theater auf der Reeperbahn verhalf.

Im Jahr 1997 hatte er seinen internationalen Durchbruch als Drag Queen: Olivia Jones setzte sich beim „Drag Queen Contest“ in Miami als offizielle „Miss Drag Queen Of The World“ gegen zahlreiche Mitbewerber aus aller Welt durch. Es folgten etliche Fernseh-Engagements.

Olivia Jones ist heute wirtschaftlich stark auf Sankt Pauli vertreten. Mehrere Bars und Showclubs werden von ihr betrieben. Auch als Gästeführerin trifft man sie sehr häufig in den Straßen.

Olivia Jones als Botschafterin

Oliver Knöbel nutzt seine große Rollen-Popularität und das extravagante Auftreten als Drag Queen oftmals, um soziale Projekte zu unterstützen. So ist er unter anderem als Botschafter der Tierrechtsorganisation PETA tätig, unterstützt Aids-Projekte, machte Hamburger Bürger auf die geplante Schließung des Hamburger Frauenhauses aufmerksam und unterstützt den Life Ball in Wien.

2004 trat er bei der Hamburger Bürgerschaftswahl als Einzelbewerber mit dem Ziel an, den Einzug von Ronald Schills Partei Pro DM zu verhindern. Er erzielte ein Ergebnis von 0,5 Prozent und somit ein besseres als Schills ehemalige Partei, die Partei Rechtsstaatlicher Offensive, die lediglich 0,4 Prozent bekam.

Im November 2007 gab Oliver Knöbel eine erneute Kandidatur bei den Bürgerschaftswahlen am 24. Februar 2008 in Hamburg bekannt. So erklärte er, er wolle als „Niemand“ antreten, damit potentielle Nichtwähler eben auch „niemanden“ wählen könnten. Er versprach auch, an keiner Sitzung der Bürgerschaft teilzunehmen und seine Bürgerschaftsbezüge sozialen Projekten zu spenden. Im Januar 2008 zog Jones seine Kandidatur zurück und erklärte, seine Wähler sollten die Grünen in Hamburg wählen.

Zum ESC 2016 trat Olivia Jones als erste Drag Queen im Wort zum Sonntag auf, um gemeinsam mit einer Pastorin ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Respekt zu setzen. 2016 nominierte ihn die niedersächsische Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen als Mitglied der Bundesversammlung 2017, die den zwölften Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland wählte.

Olivia Jones und die gesamte Jones-Familie (wozu sich alle Mitarbeiter, Tourguides und Organisatoren zählen) haben nach den Silvesterereignissen 2015/16 die Kampagne „NO Sexism! No Racism! unterstützt und sich 2017 der freiwilligen Selbstkontrolle für Gästeführer „Fairtours – St. Pauli“ angeschlossen.

 

 

 

 

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