buessende-magdalena
So gegen 1890 gab es den Boom mit farbigen Wandbildern. In den Wohnungen und Kneipen wurde die colorierte Vorform des Posters aufgehängt. Im Milieu auf der Reeperbahn war vor allem ein Motiv sehr beliebt „Die büßende Magdalena“.

Das romantische Motiv zeigt eine fast nackte Frau vor einem Felsen. Sie liest in einem Buch, wahrscheinlich der Bibel. Vor ihr liegt ein Menschenschädel, der sie an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Im Hintergrund ist ein „Ausweg“ aus der Höhle zu sehen. Ihr Gesichtsausdruck ist der einer leidenden Heiligen. Da sich die Prostituierten auch gerne so stilisierten, war das Motiv des Malers Battoni in vielen Steigen zu finden.
Wer sich das Gemälde genau ansieht, bemerkt, dass Magdalena nur 9 Finger hat. Der Kommentar der Bordsteinschwalben war dazu immer: „Den hat sie sich weggeliebt.“ Was immer das auch heißen mag.

A La Charm

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