Sex 4.0: Was die heutige Generation scharf macht

Normales Rein-Raus ist längst zur Standardware verkommen, die kaum noch Augenbrauen zum Zucken bringt. Was die heutige Generation antörnt, davon können auch die Ladies der Reeperbahn ein Lied singen.
Sämtliche Damen des horizontalen Gewerbes dürften folgendes heftig nickend bestätigen: Das, was Kunden heute wollen, hat sich im Vergleich zu früher erheblich gewandelt. Nicht nur in der Breite, also unterschiedlichere Wünsche, sondern auch immer mehr in die Extreme hinein. Doch was turnt heutige Generationen denn überhaupt an? Was für kuriose Wünsche bekommen Sexarbeiterinnen heute vorgeschlagen? Das zeigen wir auf den folgenden Zeilen. Nicht alles ist direkt eine Sexpraktik, aber alles hat mit Sex zu tun – und sehr, sehr vieles findet seine Wurzeln im modernen Porno-Business.

Der Popo als engere, „verdorbenere“ Alternative zum normalen Vaginalsex gehört bei immer mehr Menschen zum normalen Liebesspiel.
Der Popo als engere, „verdorbenere“ Alternative zum normalen Vaginalsex gehört bei immer mehr Menschen zum normalen Liebesspiel.

1. Anal
Eigentlich handelt es sich um kein wirklich neues Phänomen. Die Idee, seinen Penis durch die Hintertür einzuführen, dürfte so alt wie die Menschheit sein. Was aber heute eine Tatsache ist: Die Selbstverständlichkeit, mit der Analsex praktiziert und verlangt wird. Früher waren Huren oft die einzigen Frauen, bei denen Männer ihn bekamen – nach dem Schema „meine Frau spielt da nicht mit“. Allerdings ist es sehr auffällig, wie stark sich das gewandelt hat:
Die Uni Braunschweig führte vor einiger Zeit eine repräsentative Studie zum Thema Sexualverhalten durch. 17 Prozent aller deutschen Frauen haben schon mal Analsex praktiziert. Klingt nach nicht viel? Aber auch nur deshalb, weil es alle Altersgruppen einbezieht. Je jünger, desto normaler wird Poposex unter Hetero-Pärchen. Bei den U-40ern sprechen wir teils schon von knapp der Hälfte, bei welchen „er“ schon mal in der Hintertür der Partnerin steckte.
2. Natursekt
Es mag schockieren, auch ziemlich eklig wirken, aber Natursekt, also die Porno-Umschreibung für Urin, macht viele Menschen an. Auch das zeigt sich sowohl in Pornos wie auf der Straße bei den Damen. Vieles davon ist relativ harmlos. Meistgeäußerter Wunsch ist es, einer Lady beim Wasserlassen zuzuschauen. Doch natürlich gilt auch hier „krasser geht immer“. Und so finden sich nicht wenige, die gebend oder empfangend in Kontakt mit dem gelben Nass treten wollen.
Sicherlich sollte man erklären, was so viele daran erregend finden. Denn immerhin wird die fachsprachliche Urophilie als „Nicht näher bezeichnete Störung der Sexualpräferenz“ eingestuft. Tatsächlich ist sich die Wissenschaft uneins. Zumal der Fetisch vielfältig ausgelebt werden kann – von BDSM-Bestrafung über Voyeurspielchen bis hin zum Fokus auf die Intimität der Handlung und das Brechen von Tabus.

Die Intim-Totalrasur als quasi-Standard tritt vermehrt gegenüber etwas mehr, meist getrimmter, Natürlichkeit zurück.
Die Intim-Totalrasur als quasi-Standard tritt vermehrt gegenüber etwas mehr, meist getrimmter, Natürlichkeit zurück.

3. Haarige Zeiten
Seit mindestens dem Jahrtausendwechsel gab es einen Konsens: Die weibliche Intimzone muss rasiert sein. Die einzige akzeptierte Variable zum Kahlschlag war ein kleiner Strich. Und so sorgte der Trend, der in den vergangenen zehn Jahren auch auf die Männerwelt überschwappte, nicht nur auf St. Pauli für gut gefüllte Waxing-Studio-Auftragsbücher und hohe Rasierklingenverkäufe.
Doch gerade wandelt sich die Welt. Woher es kommt, darüber sind sich Experten uneins. Aber Tatsache ist, dass „Busch“ wieder zurückkehrt. Manche vertreten die logisch klingende Ansicht, dass höchstauflösende Pornos dazu geführt hätten, dass jedes Rasierpickelchen allzu überdeutlich zu sehen wäre. Andere sehen Zusammenhänge mit feministischem Kampf gegen Schönheitsideale. Doch egal woher es stammt, die“Volkskritik“ hält sich in Grenzen. Und sowieso all jene, für die eine natürlich behaarte Muschi Lustobjekt ist, freuen sich, weil ihr Wunsch nicht mehr nur Spartenprogramm ist.
4. Selbermachen statt zugucken
Oh Wow. Das ist wohl das einzige, was man zu dem sagen kann, was sich seit der massenhaften Verbreitung spottbilliger Digital-Videokameras abspielt. Denn nicht nur immer mehr Pärchen praktizieren es im stillen Kämmerlein nur für sich, sondern auch immer mehr Männer tun es ganz offen in ihrem Wunsch, Sex kostenlos zu bekommen: Zum Amateur-Pornodarsteller werden.
Experten sehen darin allerdings nur einen Trend, der durch die Kamera-Verbreitung aufgebrochen wurde. Die exhibitionistische Ader sei in vielen Menschen latent vorhanden. Doch jetzt erst gibt es die technischen Möglichkeiten, die Sache „handfest“ anzugehen. Eigentlich ist es sogar verständlich: Von jedem guten Urlaub bringt man gern Erinnerungsfilme mit, warum nicht auch von einer „befriedigenden“ Nummer?
5. Cum und mehr
„Cum“ ist abermals ein Begriff aus der Porno-Sprache und bezeichnet ganz lapidar Sperma. Und so, wie immer mehr Menschen eine Liebe zu Natursekt entdecken, dürfte es eigentlich nicht verwundern, dass auch mit dem „Herrensaft“ so manche modernen Praktiken verbunden werden.
„Französisch mit Aufnahme“ gehört zum Repertoire vieler Sexarbeiterinnen und wird seit Ewigkeiten gerne verlangt. Aber es ist der Pornowelt zuzuschreiben, dass Cum heute auch noch in anderen Variationen eingesetzt wird. Darunter der Cumshot ins Gesicht der Partnerin, mittlerweile aber verdächtig häufig in massenhafter Form in Form des aus Japan stammenden Bukkake. Interessant: Auch der natürlichste Weg des Spermas in die weibliche Vagina feiert heute als „Creampie“ ein oft gewünschtes Revival – wird allerdings naturgemäß von vielen Huren ob des Infektionsrisikos nicht angeboten, man muss eben nicht jedem Trend folgen.
6. Cuckold-Sex
Sexuelle Erregung daraus generieren, dass man sich erniedrigen lässt, das ist eine der Grundlagen beim BDSM. Doch gerade im Privatbereich steigt seit Jahren der Trend offenherziger Pärchen, bei denen ein ganz spezielles Rollenspiel gespielt wird: Sie wird von anderen Männern rangenommen. Der eigentliche Partner ist zum passiven Zuschauen verdammt, darf höchstens Hand an sich legen. Er ist der „Cuckold“ oder auch „Cuck“. Das ist zwar im horizontalen Gewerbe weniger ein Trend, weil ja hier naturgemäß eher keine Beziehungskisten dazugehören. Aber in der Swingerszene ist es überdeutlich mitzubekommen.
Experten sehen hier deutliche Parallelen zur Unterwerfung Eifersucht als sexuelle Spielart: Die eigentlich geliebte Frau wird von Männern bestiegen, die viel potenter als der echte Partner sind. Der ist hilflos, muss auch noch mit ansehen, wie sehr seine Frau/Freundin diesen eigentlichen Tabubruch genießt.
Zusammengefasst:
Sexuelle Extreme gab es schon immer. Heute allerdings sind sie viel breiter vorhanden. Sicherlich eine Ei-Henne-Problematik, die offenlässt, ob Pornos nur die extremer werdenden Wünsche widerspiegeln oder diese erst wecken. Fest steht nur, dass einstmalige Highlights immer mehr zum Standard werden und dass einstige Extreme dadurch auch immer normaler werden.

 

(Visited 59 times, 1 visits today)
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest

Reeperbahn.com

Bleib Up To Date was Neuigkeiten über St. Pauli und die Reeperbahn angeht.

Neueste Beiträge

Folge uns auf Facebook

Folge uns auf Instagram

Folge uns auf Twitter