Autor: Daniel Schaefer

Wer ein Stück lateinamerikanisches Lebensgefühl sucht, muss nicht extra in den Flieger steigen. Auf St. Pauli gibt es einige exzellente Adressen zum Ausgehen – ganz ohne Jetlag. Wir stellen sie euch vor!

latino-feeling-reeperbahn1Tanzen

Wer noch nie auf der Tanzfläche hat die Hüften kreisen lassen, muss deshalb nicht gleich zuhause bleiben. Das Tangostudio  La Yumba an der Kastanienallee hilft euch auf die Sprünge. Wer hier eintritt, fühlt sich bei dem angenehmen Ambiente sofort wohl. Und das ist wichtig, denn bei den Tanzstilen, die hier vermittelt werden, muss Mann und Frau locker bleiben. Neben dem Tango, der hier ein Einzel-, Gruppen- oder auch Wochenend-Workshops vermittelt wird, gibt es auch entsprechende Kurse für Salsa.

Seit 2011 werden im La Yumba auch eigene Tangokurse für Menschen mit neurologischen und körperlichen Erkrankungen angeboten, wobei sehr genau auf die Befindlichkeiten der Teilnehmer eingegangen wird.  Spaß hat hier also definitiv jeder. Wer es erstmal ausprobieren will, kann unverbindlich bei einer Schnupperstunde am Freitag mit anschließender Party vorbeischauen. Der nächste Anfängerkurs für Tango Argentino startet dann am 18 Juli und findet bis zum 8. August immer montags statt (60 Euro pro Person). Mitte Juli und Ende August haben Interessierte zudem die Möglichkeit einen Wochenend-Workshop zu absolvieren (55 Euro pro Person).

Salsa-Interessierte können bereits am kommenden Montag starten. Für Anfänger stehen dann jeweils montags und mittwochs vier Termine auf dem Programm (60 Euro pro Person). Wer lieber schneller lernt, kann am Wochenende 16. und 17 Juli jeweils von 14 bis 16 Uhr einen Salsa-Workshop besuchen (55 Euro pro Person). Tanzlehrerin Lili hat ihre Tanzausbildung auf Kuba abgeschlossen und weiß genau, worauf es beim Salsa ankommt. Weitere Infos zu den Tanzkursen gibt es auf der Internetseite des La Yumba.

Wer das Gelernte gleich ausprobieren will, der ist in der Großen Freiheit 36 genau richtig. Hier trifft sich die Latino-Szene Hamburgs regelmäßig an mindestens drei Tagen in der Woche, um zu tanzen, zu feiern und zu flirten – und das bereits seit mehr als 15 Jahren. Los geht es in der Woche immer am Donnerstag bei der „Galeria Del Latino“. Wer es zuvor nicht ins La Yumba geschafft hat, der kann direkt um 21 Uhr mit dem kostenlosen Tanzkurs in die Nacht starten. Bei Tanzlehrerin Jessica Vasquez lernt man die ersten Schritte für Salsa, Merengue und Bachata im Handumdrehen. Auf der anschließenden Latino-Party ab 23 Uhr könnt Ihr das Gelernte dann sofort in die Tat umsetzen.

latino-feeling-reeperbahn2jpgAuch freitags und samstags wird in der Galerie 36 jeweils zu lateinamerikanischen Rhythmen getanzt – ganz egal, ob RnB, Reggaetone oder Latinhouse. Der Eintritt ist bis 1 Uhr frei. Ab August will Wilman de Jesus, der die Veranstaltungen in der Großen Freiheit 36 betreut, jeden Donnerstag zusätzlich eine Live Session in der Galerie anbieten. Wir sind gespannt, was sich der gebürtige Dominikaner dafür alles einfallen lässt!

Tradition hat bei vielen auch die wöchentliche Salsa-Party mit DJ Trompeta im Feuerstein St. Pauli am Neuen Pferdemarkt. Kubanisches Flair, tropische Cocktails wie Mojito oder Caipirinha und Salsa-Rhythmen locken jeden Sonntag zahlreiche Tanzwütige ab 19.30 Uhr auf die Tanzfläche, wo gerne auch mal bis zum frühen Morgen die Hüften geschwungen werden. Ab und an ist auch ein Live Act am Start. Der Eintritt ist ebenfalls frei.

Die Salsa-Partyreihe im Sommersalon findet leider vorerst nicht mehr statt. Dafür gibt es ab sofort die neue Partyreihe ChichaRebelBass, bei der ein deutsch-peruanisch-mexikanisch-argentinisches DJ-Kollektiv jeweils verschiedene Künstler aus alle Welt einlädt. Gespielt wird ein Mix verschiedener lateinamerikanischer und europäischer Genres.  Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am 15. Juli ab 22 Uhr im Sommersalon im Klubhaus am Spielbudenplatz statt.

Essen

Ebenfalls am Spielbudenplatz findet man donnerstags bei der  Street Food Session Kulinarisches aus aller Welt: Beim „Strassenmampf“ auf dem Kiez bieten mehr als 20 wechselnde Food Trucks ab 17 Uhr bis in die Nacht hinein verschiedene Snacks und Gerichte an. Mit dabei sind regelmäßig unter anderem auch die Burristas, bei denen sich (wie der Name schon sagt) alles um Burritos dreht, oder die Hamburger von Casita Oaxaca, die unter anderem mit mexikanischen Quesadillas und selbstgemachten Salsas überzeugen.

Erstklassige Burritos, Enchiladas und Co. bietet im Übrigen regelmäßig die Kombüse an der Bernhard-Nocht-Straße. Liebhabern mexikanischer Küche ist das Lokal schon seit langem ein Begriff. Kein Wunder, dass der Laden vor allem an den Wochenenden brummt, was an manchen Tagen eine etwas längere Wartezeit mit sich bringen kann. Wer jedoch Geduld mitbringt, wird mit großen Portionen zum fairen Preis belohnt.

ceviche-reeperbahnDoch die lateinamerikanische hat natürlich noch wesentlich mehr zu bieten als die bekannten Klassiker. Für Probierfreudige lohnt sich in jedem Fall ein Besuch im Bistro Mi Barrio an der Reeperbahn – eine echte Ausnahme zwischen Dönerbuden und Fastfood-Ketten. Wer zudem seine frisch erworbenen Spanischkenntnisse probieren will, trifft hier meist auf echte Native Speakers. Auch die Mitarbeiter kommen ursprünglich alle aus Lateinamerika, unter anderem aus Peru, Honduras und Ecuador. Die Rezepte für die Gerichte im Mi Barrio haben sie aus ihrer Heimat gleich mitgebracht und so findet man auf der Speisekarte eine Reihe lateinamerikanischer Spezialitäten wie das aus Peru stammende Ceviche (in Limettensaft marinierter roher Fisch) oder das ebenfalls im Andenland beliebte Lomo Saltado (ein Pfannengericht mit Rindfleisch und Gemüse).

Unter der Woche bietet das bunt eingerichtete Restaurant zwischen 12 und 17 Uhr einen Mittagstisch, bestehend aus Vor- und Hauptspeise sowie einem Getränk, an. Besonders beliebt bei den Latinos: Der Brunch am Sonntagnachmittag mit echt lateinamerikanischer Livemusik. Gefeiert wird in dem Lokal aber auch schon früher: Wenn die Küche um 23 Uhr schließt, werden freitags und samstags Tische und Stühle beiseitegeschoben und das Restaurant wandelt sich zur Latino-Disco. Dazu serviert das Bar-Team Cocktailklassiker wie Pisco Sour, Chilcano, Daiquiri oder einen Pablo Escobar, bestehend aus einem kolumbianischen Anisschnaps (Aguardiente) mit Limettensaft und Gingerbeer.

Trinken

Wo wir schon bei den Getränken sind: Natürlich werden Feierwütige auch bei den oben genannten Party-Veranstaltungen mit einer soliden Auswahl tropischer Cocktails versorgt. Den Caipirinha gibt es in der Großen Freiheit 36 am Donnerstag beispielsweise für gerade mal 2,50 Euro. Muy barato! Günstiger ist da nur noch die Kleine Pause: Hier gibt es den Cocktail am Freitag zum Schnapspreis von 2,22 Euro. Na dann: Salud! Wer lieber hochwertige Drinks abseits der bereits bekannten Klassiker kennenlernen und nebenbei eine hervorragende Auswahl hochwertiger Tequilas probieren will, ist in The Chug Club an der Taubenstraße gut aufgehoben, über den wir an dieser Stelle bereits berichtet haben.

Außer der Reihe

Das Pinoy an der Davidstraße ist eine Adresse für sich und steht daher etwas außer der Reihe. Sagen wir mal so: Hier bleibt man(n) nicht lange alleine. Wenn die weissen Vorhänge zur Seite gezogen sind, lächeln einen die kurvigen Latinas schon auf der Straße zu. Zwar gibt es auch im Inneren der schummrig, mit Leuchtschläuchen ausgeleuchteten Bar alle möglichen Longdrinks, dennoch wird einem aufgrund der überwiegend weiblichen Gesellschaft, die sich in kurzen Röckchen und glitzernden High Heels rasch um einen scharrt, schnell bewusst, worum es in dieser Bar tatsächlich geht. Gehört eben auch zu St. Pauli.

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2 Comments
  1. Tolle Übersicht, vor allem auf den Pablo Escobar bin ich sehr gespannt!

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