Der ganze Kiez ein Kiosk

„Der ganze Kiez ein Kiosk“ – das ist am Freitag, dem 23. März, das Motto zahlreicher Gastronomen auf St. Pauli. Viele Bars und Clubs werden mindestens von 18 Uhr – 19 Uhr, am Spielbudenplatz sogar bis 23 Uhr Alkohol nur über die Fenster verkaufen, ihre Läden und auch die Toiletten dagegen geschlossen halten – und billiger sein als die zahlreichen Kiez-Kioske.

Die Aktion stellt den gemeinschaftlichen Protest dar: Mittlerweile gibt es um die 60 Kioske auf St. Pauli, welche Billigalkohol verkaufen. Die Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Ein Kiosk unterliegt nicht denselben Auflagen wie die gastronomischen Betriebe, die Toiletten vorhalten, Brandschutz und Schallschutzmaßnahmen nachweisen müssen sowie diverse Abgaben zu tragen haben. Die Folgen der Kiosk-Flut sind immens: Sie gefährdet die kulturelle Vielfalt des Stadtteils und bedroht die Existenz der Clubs, Bars und Kneipen, die von ihren gastronomischen Umsätzen abhängig sind.

Die Initiatoren sind Corny Littmann und das BID Reeperbahn. Mit dabei sind u.a. die hausbar im Schmidt Theater, das Glanz & Gloria, die Alte Liebe, der Sommersalon, das kukuun, der Sommersalon im Exil, die Wunderbar, die Olivia Jones Bar, die Bierstube der Dollhouse Gruppe, die Mash Up Music Bar, das Halo, die Große Freiheit Nr. 7, die barbarabar und die Wilde Hilde.

Die Gastronomen fordern den Gesetzesgeber dazu auf, für unternehmerische, behördliche und wettbewerbliche Gerechtigkeit zu sorgen. Der Ausschank von alkoholischen Getränken am Kiosk muss ab 22 Uhr untersagt werden. Zudem muss sich die Vermietungs- und Mietpreispolitik ändern.

Also los: Trinken für den guten Zweck!

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